FIRMENFITNESS: STUDIEN UND ERKENNTNISSE ZUR WIRKSAMKEIT

Was ist Firmenfitness?

Firmenfitness bezeichnet die gezielte Förderung und Unterstützung der Mitarbeitenden durch das Angebot von Fitnessprogrammen. Diese werden meist von externen Fitnessstudios oder -einrichtungen angeboten.

Wie funktioniert Firmenfitness?

Das Unternehmen schließt eine Kooperation mit einem Anbieter von Firmenfitness ab. Dafür können die Mitarbeitenden des Unternehmens dann in den Einrichtungen des Partners trainieren. Ob Mitarbeitende einen Teilbetrag der Firmenfitnesskosten selbst tragen oder der Arbeitgeber alle Kosten übernimmt ist Vereinbarungssache zwischen Unternehmen und Mitarbeitenden.

Vorteile von Firmenfitness

Firmenfitness hat für beide Seiten – Arbeitnehmende und Arbeitgeber – für sich sprechende Vorteile.

Für Unternehmer hat sie unter anderem folgende Vorteile

  • Erhöhte Arbeitsleistung der Mitarbeitenden
  • Weniger Krankheitstage
  • Attraktivitätssteigerung gegenüber Bewerbern
  • Steigerung des Betriebsklimas

Auch für Mitarbeitende lohnt sich die Teilnahme an Firmenfitness

  • Vorbeugende Wirkung für die körperliche Gesundheit
  • Förderung der Stressresistenz
  • Verbesserung des Betriebsklimas
  • Steuerlicher Vorteil (mehr dazu im Abschnitt „Steuerliche Vorteile von Firmenfitness“)

Die Wissenschaft hat viel zu Sport und die Auswirkung auf die Arbeitswelt geforscht. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und warum sich Firmenfitness auszahlt, finden Sie weiter unten im Text.

Warum ist Firmenfitness wichtig?

Firmenfitness kann helfen, Arbeitnehmer fitter zu machen und Kosten für krankheitsbedingte Ausfälle zu vermeiden. Fehltage aufgrund von Krankheit sorgen bei deutschen Unternehmen für Milliardeneinbußen. Hauptsächlich verantwortlich dafür sind Atemwegsinfektionen (wie Erkältungen). An zweiter Stelle stehen Rückenschmerzen. Unter dieser Diagnose entstanden alleine im Jahr 2020 unter den 5,4 Millionen 15 – 64 Jährigen, die in der TK versichert sind, 4.175.436 Fehltage. 1

Neben Rückenbeschwerden und Atemwegsinfektionen sind psychische Erkrankungen ein weiterer Grund für Arbeitsunfähigkeit. Daten der DAK-Krankenversicherung zeigen, dass die Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen deutlichst zugenommen hat. Kamen auf 100 Versicherte 1997 noch 76,7 Krankheitstage aufgrund von psychischer Erkrankung lag der Stand 2020 bei 268 Tagen.2 Das macht im Schnitt über 2,5 Tage pro Versichertem aus.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel: „Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz„.

Während unter den TK-Versicherten zwischen 2006 und 2015 die Zahl der Fehltage steig, ist sie seit 2015 wieder etwas gesunken. 2017 lag der Wert bei 17 Tagen. 3

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin geht davon aus, dass im Jahr 2018 145 Mrd. € Bruttowertschöpfung durch Arbeitsunfähigkeit verloren gingen. Das entspricht 204 € pro ausgefallenem Arbeitstag. 4

Die Statistiken zeigen: durch Arbeitsunfähigkeit gehen Unternehmen hohe Einnahmen verloren. Wie Firmenfitness dabei helfen kann, die Zahl der Krankheitstage zu reduzieren, erklärt der nächste Abschnitt.

Wissenschaftliche nachgewiesen: Vorteile von Gesundheitsprogrammen

Gesundheitsförderungsprogramme können Fehlzeiten reduzieren. Das zeigt eine Übersichtsarbeit des amerikanischen Wissenschaftlers Dr. Steven G. Aldana. In dieser wurden 72 Studien hinsichtlich des finanziellen Einflusses von Gesundheitsförderungsprogrammen untersucht. Die Ergebnisse:

  • Fehlzeiten konnten zwischen 12 % und 36 % reduziert werden
  • mit Fehlzeiten verbundene Kosten konnten bis zu 34 % gesenkt werden.

In drei der untersuchten Studien wurde auch ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von Aufwendungen für Gesundheitsförderprogramme gegenüber den Kosten durch Fehlzeiten errechnet. Das Ergebnis: für jeden in Förderprogramme gesteckten Dollar konnten 2,5 – 4,85 Dollar eingespart werden.5

Eine weitere Übersichtsarbeit mit 42 Studien bekräftigt die These, dass Gesundheitsförderungsprogramme bei der Fehlzeitenreduzierung helfen können.6

Sportliche Betätigung hilft mit Sicherheit bei physischen Beschwerden, kann aber auch ein Mittel gegen Depression sein. Eine an der Universität von York erstellte Übersichtsstudie stellte fest, dass ein Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und der Senkung von Depressionssymptomen besteht. 7 Angesichts der zunehmenden Arbeitsunfähigkeit aufgrund von psychischen Krankheiten (siehe Abschnitt „Warum ist Firmenfitness nötig?“), kann Sport als eine vorbeugende Säule dienen.

Diese Erkenntnisse aus der Wissenschaft lassen den Schluss zu, dass Unternehmen gut daran tun, in Gesundheitsförderungsprogramme zu investieren. Vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen helfen Kosten einzusparen und unterstützen gleichzeitig Mitarbeiter:innen in ihrer Gesundheitserhaltung und -verbesserung.

Neben diesen Aspekten hat der Einsatz eines Firmenfitnessprogramms aber auch steuerliche Vorteile:

Steuerliche Vorteile von Firmenfitness

Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitenden kostenlose Firmenfitness, so wird das als geldwerter Vorteil gesehen. Geldwerter Vorteil bedeutet, dass die Leistung auf den Lohn angerechnet wird und zusätzlich in der Sozialversicherung beitragspflichtig ist. Die Leistung wird sozusagen als zusätzlicher Lohn angesehen.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: die Sachbezugsfreigrenze von 50 € im Monat. Alle Sachbezüge addiert, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitenden gewährt, sind bis zu dieser Grenze steuerfrei.

Unternehmen können die Kosten für Sachbezüge wie Firmenfitness natürlich absetzen.

Das bedeutet: sie können ihre Mitarbeitenden zusätzlich belohnen ohne dass diese dann mehr Steuern und mehr Sozialversicherung zahlen müssen.

Fazit

Firmenfitness bietet Vorteile für beide Seiten: Arbeitnehmer:innen profitieren von einem breiten Sport- und Fitnessangebot. Arbeitgeber profitieren von aktiveren und gesünderen Mitarbeitenden. Mit unserem ROI Rechner können Sie den finanziellen Vorteil von Firmensport für Ihr Unternehmen berechnen.

Quellen:

  1. Grobe, Thomas et al.: Gesundheitsreport 2021, Hamburg: Techniker Krankenkasse 2021, S. 47 ↩︎
  2. Grobe, Thomas et al.: Gesundheitsreport 2021, Hamburg: Techniker Krankenkasse 2021, S. 26 ↩︎
  3. Grobe, Thomas et al.: Gesundheitsreport 2021, Hamburg: Techniker Krankenkasse 2021 S. 11 ↩︎
  4. Brenscheidt, Simone et al.: Arbeitswelt im Wandel. Zahlen – Daten – Fakten. Ausgabe 2020, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, S. 49 ↩︎
  5. Aldana, Steven: Financial impact of health promotion programs: a comprehensive review of the literature, in American Journal of Health Promotion 5 (2001), S. 296 -320 ↩︎
  6. Chapman, Larry: Meta-Evaluation of Worksite Health Promotion Economic Return
    Studies, in The Art of Health Promotion 6 (2003), S. 1-10. ↩︎
  7. Dunn, A et al.: Physical activity dose-response effects on outcomes of depression and anxiety, in Medicine and Science in Sports and Exercise 6 (2001), S. 587 – 610 ↩︎